MTB-Transalp für Einsteiger

E-MTB-Alpencross: Tegernsee - Gardasee

Gardasee

E-MTB-Alpencross:
Tegernsee – Gardasee

Eine Einsteiger Transalp für MTB oder E-MTB, 6 Tage, 385 km, 8.800hm,
höchster Punkt: 2.276m, einige Schiebe-/Tragepassagen

Nachdem ich zweimal den Garmisch-Riva-Alpencross gefahren bin musste für 2017 eine andere Route her. Zudem sollte es ein E-MTB-Alpencross werden. Über mehrere Wochen plante ich die Marvin Route aus, entschied mich aber dann 5 Tage vor dem Start für "Tegernsee-Gardasee" auf Basis des gleichnamigen Buches vom ULP-Verlag. Allerdings habe ich die Zielorte teilweise verschoben und eine Etappe deutlich umgestaltet.




Tag 1, Etappe 1

Tegernsee – Mayrhofen (Zillertal), 83,34 km, 884hm

1. Etappe
Wir fuhren also am 28.07.17 zum Wanderparkplatz nach Enterottach am Tegernsee (keine Parkgebühren), stellten das Auto dort ab und starteten gegen 11:15 bei Nieselregen unseren ersten E-MTB Alpencross. Entgegen der Originaltour, fuhren wir auf schönen Waldwegen um den Wallberg herum, an der Talstation der Wallbergbahn vorbei und dann auf Schotterwegen weiter Richtung Wildbad Kreuth.
Dem Wegweiser „Schwaigeralm“ folgend bogen wir links ab und fuhren (bei Dauerregen) auf gut fahrbaren Forstwegen hoch zur Bayralm.
Bei tollem Wetter ein Pflichtstopp, für uns machte das bei dem Wetter keinen Sinn, also fuhren wir weiter über einen netten Trail an einem Wildbach entlang. Am Ende des Trails geht es dann über ein paar Kehren, recht steil runter zu einer kleinen Brücke. Nach dieser Brücke, folgt man dem Bach bis man in der Nähe der Erzherzog-Johann-Klause auf eine Querstr. trifft. Hier fährt man rechts (links ginge es zurück zum Tegernsee) und dann ca. 10 km immer an der Brandenberger Ache entlang.
Trail nach der Bayralm
Schöner Trail nach der Bayralm

Kurz nach dem Abzweig zum Kaiserhaus beginnt eine schmale Teerstr., die über eine kleine Kuppe nach Pinegg führt. Von dort aus folgt ein fieser Anstieg auf Asphalt hoch nach Aschau.
Wir kannten den Anstieg bereits, schalteten daher auf Stufe 2 und düsten ohne größere Anstrengung hoch. Hat man den höchsten Punkt erreicht, geht es kontinuierlich runter bis Kramsach.
Da wir die Strecke bereits von 2015 kannten, war klar, dass unser erster Stopp (14:15-15:40 Uhr) das „Gasthaus Gappen“ sein muss.
Der Specialized-Akku wurde nachgeladen, mein Bulls-Akku hatte noch reichlich Saft.
Wir nutzten die Ladepause für einen kleinen Snack (Tiroler Salat, sehr empfehlenswert) und um unsere Regenklamotten zu trocknen, denn die ersten Sonnstrahlen kamen zum Vorschein. Nach ca. einer Stunde starteten wir und fuhren der Originalroute folgend, erst am Inn entlang und dann rein ins Zillertal. Die Route führt anfangs über schmale Verbindungsstraßen und erst kurz nach Fügen überquert man die Ziller und fährt auf Radwegen weiter. Zwischendurch war dann mal der Radweg gesperrt, daher wichen wir wie viele andere auch (den Spuren zufolge) auf einen flowigen Wanderweg an der Ziller aus. Die letzten km zum Ziel der 1. Etappe, der Frühstückspension Mittenfeld in Laubichl fuhren wir dann wieder auf Radwegen (Ankunft: 17:30 Uhr).

Das Zimmer war ok, wir hatten reichlich Platz, die Besitzerin war nett, die bikes wurden in einem Kellergang abgestellt und dort geladen. Nach dem Duschen gingen wir ca. einen Kilometer nach Mayrhofen und stellten fest dass dort Stadtfest war.
Ein Riesen-Remmidemmi - ideal für den ersten Abend.




Tag 2, Etappe 2

Mayrhofen – Sterzing, 67,86 km, 2028 hm

Etappe 2

Am zweiten Tag starteten wir (08:45 Uhr) nach einem sehr guten Frühstück mit vollen Akkus zur Überquerung des Alpenhauptkammes.  Leider gibt es keine Alternative, also muss man von Mayrhofen bis Ginzling auf der Hauptstr. fahren.
Auf diesen 10 km sind einige doch recht steile Abschnitte dabei und wir fahren froh mit einem E-MTB unterwegs zu sein.
Der Weg führt auch durch einige Tunnel, die glücklicherweise eine separate Radspur haben.
Tipp: diese Etappe nicht am WE fahren!

Hat man endlich Ginzling erreicht, fährt man auf kleinen Nebenstraßen und Schotterwegen weiter bis man kurz vor dem Gasthof Breitlahner wieder auf die Fahrstr. trifft.
Achtung: da an dieser Stelle der Übergang vom Weidegelände zur Fahrstr. erfolgt, ist ein Weidedraht gespannt der extrem schwer erkennbar ist.
Mein Kumpel fuhr vor mir, erkannte den Draht zu spät und stürzte – das hätte auch das Ende der Tour sein können, aber er hatte Glück und kam mit Schürfwunden an Armen und Beinen davon.

Wir fuhren das kurze Stück zum Breitlahner, machten eine Kaffeepause (10:30-11:20 Uhr) und spendierten den Akkus eine Ladung Strom. (Bulls: 60% => 80%). Kurz nach dem Gasthof ist die Mautstelle. Unmittelbar vor der Mautstelle zweigt aber der Weg für MTB nach rechts ab und zieht sich auf Schotter über einige Kehren den Berg hoch. In einer Rechtskehre geht es dann geradeaus weiter auf einen Singletrail. Diesem folgt man, bis man wieder auf die Fahrstr. trifft.

Schlegeisspeicher
Der Schlegeisspeicher
Kurz danach sieht man bereits in der Ferne die hohe Staumauer.
Man fährt stets darauf zu und nach einigen Kehren und einem Tunnel hat man den Schlegeisspeicher erreicht.
Wir hielten uns nicht wie viele andere Touristen an der Staumauer auf, sondern fuhren nach rechts zur Dominikushütte.
Mein Bulls hatte genügend Restakku, aber das Specialized musste zur Sicherheit wieder an die Steckdose.
Wir machten also wieder eine Pause (12:20-13:45 Uhr), gönnten uns eine kleine Brotzeit und luden beide Akkus. (Bulls: 60% => 90%)

Nach der Dominikushütte geht es noch kurz am See entlang und dann wird’s interessant. Es folgen 450 hm auf recht steinigen Wegen, flachen, aber auch steilen Felsstufen/-treppen. Mit 100% Unterstützung konnten wir sehr viele Passagen fahren auf denen andere biker die Räder bereits schieben oder tragen mussten.
An den steilsten Felstreppen war aber dann auch für uns Schluss. Ein E-MTB mit 24 kg zusätzlich zu einem 9kg Rucksack zu schultern und den Berg hoch zu tragen war eine ganz besondere Erfahrung für mich und wurde mit beidseitigem Oberschenkelkrampf belohnt.
(ich hatte aber auch zu wenig getrunken und bis dahin kein Carbo-Gel zu mir genommen)
Hat man nach den letzten Stufen die Lavitzalm erreicht, beginnt ein stellenweise recht grober Schotterweg, der sich bis hoch zum Pfitscherjoch auf 2276m zieht. Da mehr und mehr Wolken aufkamen und es auch recht frisch war, fuhren wir ohne Rast sofort weiter. Die erste Belastungsprobe für die Scheibenbremsen, denn auf dem Schotterweg überwindet man relativ zügig ca. 750hm runter ins Pfitschtal.

Pfitschtal
Blick zurück Richtung PfitscherJoch

Dann ging es abwechselnd auf Wiesenwegen, Forstwegen, Nebenstraßen und Trails runter nach Sterzing dem Ziel der zweiten Etappe. (Restakku im Bulls: 60%), Ankunft: 17:00 Uhr.
Unser Zimmer hatte ich im Hotel Maibad gebucht. Unsere E-MTB konnten wir in der Doppelgarage der Besitzer abstellen und laden. Das Hotel ist ganz nett, aber wir hatten ein Zimmer ohne Balkon und das geht für einen biker gar nicht.
Zum Essen gingen wir in die Fußgängerzone nach Sterzing ins „Ristorante Pizzeria Kolping“, das in einem ruhigen Innenhof ca. 100m nach dem Stadtturm liegt. Mit Salat vom Buffet, Pizza und Rotwein ließen wir den ersten Abend in Italien bei tollem Sommerwetter ausklingen.




Tag 3, Etappe 3

Sterzing – St. Pankraz (Ultental), 73,75 km, 1951 hm

Am nächsten Morgen zeigte sich Sterzing, völlig unerwartet, von seiner ungemütlichen Seite, tiefe Wolken und Nieselregen. Wir ließen uns Zeit, da sich das Wetter aber nicht besserte, mussten wir dann aber doch im Regen starten (09:15 Uhr). Wir fuhren durch Sterzing durch Richtung Autobahn, unterquerten diese auf einem Radweg und fuhren nach rechts auf dem Radweg Richtung Ratschings weiter. Ein kurzes Stück fuhren wir am Waldrand bzw. im Wald bis wir vor einer Baustelle einer kleinen Kapelle standen, die wir links hoch über eine Wiese umgehen mussten. Letztendlich mündete der Weg wieder auf der Fahrstr. der man dann bis zum Ort Stange folgt.
Skigebiet Rinneralm
Oberhalb des Gasthof Rinnersattel
Dort biegt man nach links ab und folgt erneut der Hauptstraße nach Innerratschings. Bei einer kleinen Kapelle kann man endlich nach rechts auf einen Forstweg ausweichen, landet nach wenigen km aber wieder auf der Hauptstraße der man dann bis zur Talstation in Bichl folgt.

Hier beginnt dann der teils recht knackige Anstieg zum Berggasthof Rinneralm, erst auf einer schmalen Teerstr. dann auf Forstwegen. Das Ganze war mit dem E-MTB trotz geringer Unterstützung gut fahrbar, min. ein kurzes Stück müsste aber mit einem MTB geschoben werden. Am Bergasthof Rinneralm angekommen hatten wir ca. 800hm hinter uns und das Wetter war perfekt. Also bauten wir unsere Akkus aus und waren etwas überrascht, dass man uns in dem riesigen Gasthof zu einer Steckdose auf dem Tresen, neben dem Kücheneingang führte. (Bulls: 60%) Wir machten eine Kuchenpause (11:40-12:45 Uhr) und genossen die Aussicht auf das vor uns liegende Skigebiet. Das Wetter war mittlerweile klasse – hier konnte man es aushalten.

Nach der Pause waren die Akkus wieder min. 20% voller und wir machten uns auf Schotterwegen auf zum höchsten Punkt. An einer Stelle ist der Untergrund recht locker, zudem recht steil. Mit 100% Unterstützung war es aber kein Problem. Am höchsten Punkt muss man durch zwei Schikanen, dann geht ein Wanderweg runter zu einem kleinen Parkplatz. Kurz vor dem Parkplatz musste man dann noch einen Weidezaun (Stacheldraht) passieren der am Boden lag. Ich hab das bike zur Sicherheit drüber gehoben! Von dem kleinen Parkplatz fuhren wir nach rechts noch einige hundert Meter bergauf und sahen dann vor uns die Flecknerhütte auf 2100m in Wolken verhüllt. Dort machten wir die nächste Pause (13:25-14:45 Uhr), aßen eine Kleinigkeit und warteten bis die Akkus an der einzig verfügbaren Steckdose wieder auf 80-90% aufgeladen waren. Das Wetter und die Sicht wurden besser und wir konnten bereits erahnen wie tief es ins Passeiertal runterging (die armen Bremsen).

Von der Hütte aus fährt man erst 100m nach rechts und kommt dann durch ein Türl auf einen Wiesenpfad der teilweise fahrbar ist, teilweise auch geschoben werden muss. Nach ein paar hundert Metern trifft man auf eine Schotterstraße (anfangs recht grob und steil), dann aber sehr gut fahrbar, die sich Kehre um Kehre nach unten windet und nach etlichen hundert Höhenmetern in eine schmale Teerstraße übergeht und an der Jaufenpassstraße endet.

Blick ins Passeiertal
Blick ins Passeiertal
Um auf die andere Talseite zu kommen, folgt man dann der Jaufenpassstraße bis zum nächsten Ort bergauf, rollt durch diesen über eine Kehre bergab und trifft dann auf einen engen, verwachsenen Weg zwischen Natursteinmauern. Wir konnten anfangs gar nicht glauben, dass wir hier richtig waren, aber sowohl Garmin, als auch Maps3D zeigten auf diesen „Weg“. Man überquert eine kleine Brücke, folgt einem Wiesenweg, schiebt dann links ein sehr steiles Stück runter und überquert einen weiteren Bach. Dort trifft man auf eine schmale Teerstr. der man bergauf in den Wald folgt. Wenn ich mich recht erinnere, fährt man in einer Rechtskehre geradeaus weiter auf einen Waldweg, der lange Zeit sehr gut fahrbar ist, dann aber an einem extrem steilen Schotterstück endet, das links ca. 100m den Hang hochgeht. Nachdem wir unsere schweren bikes hochgewuchtet hatten, folgen wir einer Forststr. die nach rechts in den Wald führte. Wie es so üblich ist, werden manche, weiter unten alle Kehren dieser Forststr. über teilweise recht heftige Trails abgekürzt. Für Ungeübte ist der Weg vermutlich nichts, wir haben es versucht und kamen heil in St. Martin im Passeier an.

Der Weg von dort bis Meran, immer an der Passeier entlang zog sich hin und kurz vor Meran kamen wir dann auch noch in einen Wolkenbruch. Glücklicherweise dauerte der nur 10 Minuten und als wir Meran bei strahlendem Sonnenschein erreichten waren wir auch wieder trocken. Die Originalroute aus dem Buch endet in Meran, ich hatte das Ziel aber nach St. Pankratz im Ultental verschoben, also mussten wir noch ca. 10km und 400hm fahren was ich aber jedem nur empfehlen kann.

Um 18:35 Uhr erreichten wir unser Ziel, das Hotel Pankratz. Ich bin mir sicher das Hotel hat tolle Zimmer, unseres war, naja, suboptimal. Wir hatten zwar eine Terrasse, aber statt einer Dusche nur eine Badewanne ohne Trennwand oder Duschvorhang. Neben unserem Zimmer war ein Pool, den wir aber nicht mehr nutzen durften, weil dies nach 19:00 Uhr nicht mehr erlaubt war.
Highlight des Abends war dann aber das Essen in der Pizzeria "Weißes Rössl" unterhalb des Hotels, sehr, sehr lecker und preiswert. Wir saßen auf der halb überdachten Terrasse, genossen die beste Pizza ever und sahen zu wie die Wolken immer dunkler wurden und sich dann ein heftiges Gewitter über uns entlud.




Tag 4, Etappe 4

St. Pankraz – Dimaro, 62,81 km, 1905 hm

Etappe 4
Der ursprüngliche Plan für den vierten Tag war die Überquerung des Rabbijochs. Da wir aber wussten, dass das nur mit Schieben und Tragen möglich ist und wir diese Erfahrung bereits am Pfitscher Joch gemacht hatten, entschieden wir uns für Plan B, nämlich über die Gampenalm ins Val di Non zu fahren.

Wir starteten also um 09:05 Uhr in St. Pankraz, fuhren der Fahrstr. entlang tiefer ins Ultental bis nach einigen km die Verbindungsstraße nach links ins Val di Non abzweigt. Dieser wenig befahrenen Straße folgten wir steil bergauf. Nach wenigen km zweigte rechts ein Forstweg ab, der dann in einen Wiesenweg überging. Hinter einem Bauernhof ging der Wiesenweg weiter und dann am Waldrand wurden wir Opfer der ungenauen gps-Daten.
Ich VERMUTE, dass wir dem Wiesenweg ca. 50 m weiter folgen hätten müssen und wären dann vermutlich auf den gesuchten Wanderweg gestoßen.

Leider sind wir aber vorher rechts in den Wald und da der Weg im Nirwana endete, schoben wir unsere bikes durch kniehohes Gestrüpp, Farne etc. steil im Wald bergauf auf der Suche nach dem richtigen Weg. Als wir endlich den Weg gefunden hatten, wich das Entsetzen nicht, denn der Weg war so steil und von rutschigen Wurzeln durchzogen, dass Fahren auch mit den E-MTB bei 100% Unterstützung nicht möglich war. Mit Puls auf Anschlag trafen wir nach ein paar hundert echt harten Metern auf diesem Waldpfad auf eine gut fahrbare Forststr. die uns dann ohne weiteren Stress zur Gampenalm (nicht mit dem Gampenpass verwechseln) führte. Da wir ca. 1100 hm hinter uns hatten, war laden angesagt(Bulls: 50%).
Wir durften die einzige Steckdose auf der Rückseite der Alm nutzen und versüßten uns die Wartezeit
(11:50-13:50 Uhr) mit einer großen Portion Kaiserschmarrn.

Gampenalm
Der Weg zur Laureinalm hatte es in sich..
Mit über 90% Akku starteten wir und fuhren auf schmalen Wanderwegen weiter. Flowige Passagen wechselten sich mit Schiebestrecken ab und als wir den höchsten Punkt erreicht hatten, stellten wir fest, dass wir auch bergab die eine oder andere Passage schieben mussten, weil der Pfad zu steil und zu ausgewaschen war. Nach geraumer Zeit trafen wir auf eine sehr schöne Schotterstraße und dachten wir könnten endlich km machen, da der Weg nach Dimaro noch recht weit war. Aber weit gefehlt, nach nicht mal einem km zweigt der Weg nach rechts ab, man fährt wenige hundert Meter bergab und schon ist wieder Schieben angesagt.
Wir wuchteten also unsere schweren E-MTB den Waldpfad hoch und konnten dann aber etliche der folgenden von Wurzeln durchzogenen Passagen bergauf fahren, die mit einem MTB sicher nicht möglich wären. Über Forststraßen die den Bremsen wieder alles abverlangten rauschten wir ca. 400hm runter und trafen auf die Passstr. zum Brezner Joch und auf eine Gruppe Alpencrosser, die wir auch auf der Gampenalm getroffen hatten. Über verkehrsarme Nebenstr. ging es dann weiter bergab bis Cagno von wo aus man einen herrlichen Blick auf den Stausee bei Cles hat. Man fährt auf der verkehrsreichen Verbindungsstr. ins Val die Sole kurz bergab, überquert eine Brücke und folgt dann stetig der Radroute am Fluss Noce entlang bis Dimaro. Ankunft: 17:40 Uhr

In Dimaro hatte ich ein Zimmer in der Frühstückspension „Sottobosco“ reserviert und das war ein Volltreffer. Die E-MTB konnten wir in einem separaten Raum in der Tiefgarage abstellen, wir hatten ein schönes Zimmer und einen Balkon mit einem kleinen Wäscheständer.
Alles was das biker-Herz begehrt.




Tag 5, Etappe 5

Dimaro – Ponte Arche, 63,51 km, 1158 hm

Etappe 5
Nach einem ausgiebigem Frühstück ging ich in die Tiefgarage um die hinteren Bremsbeläge zu wechseln. Zu meinem Erstaunen sah ich ein MTB mit einer auffallend gelben Ortlieb Satteltasche. Die war mir auch in der Tiefgarage im Hotel St. Pankraz aufgefallen und siehe da kurz darauf kamen zwei biker die tatsächlich die gleichen Hotels wie wir gebucht hatten. Während ich die Bremsbeläge wechselte, tauschten wir Erfahrungen über die bisher gefahrene Route sowie die nächsten Etappen aus und als die beiden Aufbrachen war ich mir ziemlich sicher, dass das nicht das letzte Treffen war.

Kurz darauf (09:20 Uhr) starteten wir, fuhren nur eine kurze Strecke auf Asphalt und fuhren dann in einer Rechtskehre nach links auf die MTB-Strecke nach Madonna di Campiglio. Die ca. 800hm hoch nach Madonna sind echt eine schöne Strecke. Wir fuhren wie immer in der kleinsten Stufe und wurden daher sowohl von einem durchtrainierten MTBiker als auch von diversen E-MTBikern überholt. An einer Weggabelung trafen wir dann die Gruppe Alpencrosser die wir von der Gampenalm kannten. Ein Gewichtsvergleich (durch Hochheben) eines Canondale scalpel (carbon) und meinem Bulls brachte uns alle zum Schmunzeln.

Da wir alle wussten, dass unser Weg zum Bärenpass eine lange Schiebepassage beinhaltet und die anderen den Weg von früher kannten rieten sie uns davon ab diesen Weg zu nehmen.

Wir planten also spontan um und entschieden uns nur bis zum Rifugio Cascata zu fahren und dann auf dem Radweg bis Ponte Arche. Nachdem wir Madonna erreicht hatten fragten wir in einem Sportgeschäft nach, ob der Weg, den wir geplant hatten, fahrbar ist, was glücklicherweise bestätigt wurde. Wir fuhren also von Madonna aus auf einer schmalen Teerstr. durch den Wald und folgten nach wenigen km einem Waldpfad runter zum Rifugio Cascata.

Dieses Lokal liegt direkt an einem 50m hohen dreistufigen Wasserfall. Wir suchten uns einen Platz auf der Terasse, genossen das Panorama und aßen eine Kleinigkeit, während der Specialized-Akku an der Steckdose hing. (12:20-13:05 Uhr)
Es dauerte keine halbe Stunde, da tauchten zwei bekannte Gesichter am Nachbartisch auf, die beiden aus unseren Hotel. Die hatten zwar bei der Auffahrt eine andere Route gewählt, wollten sich das „Cascata“ aber auch nicht entgehen lassen. Nachdem der Speci-Akku wieder etwas mehr Saft hatte, fuhren wir los. Erst ging es lange auf schönen Forststr. bergab und als wir dann den ersten kleinen Ort erreichten, fanden wir den Einstieg in eine schmale Teerstraße, die sich Kehre um Kehre im Wald den Hang hinab schraubte. Schließlich trafen wir auf einen Radweg dem wir lange bis Tione di Trento folgten. In Tione suchten wir uns eine kleine Eisdiele und genossen das erste Eis auf italienischen Boden (14:55-15:25 Uhr).

Kurz darauf fuhren wir weiter Richtung Ponte Arche. Ein kurzes Stück konnten wir auf einem Radweg an einem Fluss fahren, aber dann mussten wir auf der verkehrsreichen Verbindungsstr. weiterfahren. Es folgten zwei Tunnel, der erste recht kurz, der zweite dann aber ca. 2,8km lang.
WARNWESTENPFLICHT in Italien!

Da es aber leicht bergab ging war es kein Problem 35 km/h zu halten uns so rauschten wir ziemlich flott durch die Tunnel und erreichten kurz darauf um 16:35 Uhr unser Etappenziel Ponte Arche.

Das Zimmer hatte ich im Hotel Posta reserviert. Tiefgarage gab es keine, also versuchten wir der Empfangsdame zu erklären, dass wir unsere Räder nicht im Freien stehen lassen möchten. Die Lösung für unser Problem war der Lebensmittelkeller, der über eine enge steile Treppe erreichbar war. Das Zimmer war nicht besonders und wir hatten wieder mal keinen Balkon. Als Wäscheständer mussten alle erdenklichen Ecken, Kanten und Lampenschirme im Zimmer herhalten. Wir drehten eine kleine Runde durch den Ort, aßen in einer Pizzeria in der Nähe unseres Hotels und ließen den Tag in einer Bar neben unserem Hotel ausklingen.




Tag 6, Etappe 6

Ponte Arche – Riva, 33,99 km, 844 hm

Etappe 6
Um 09:30 Uhr starteten wir in Ponte Arche, fuhren nur wenige hundert Meter auf der Hauptstr. und zweigten dann nach rechts auf eine unbefahrene Nebenstraße ab, die nach einiger Zeit in einen Schotterweg überging. Diesem Schotterweg folgt man bis man in Höhe des Ballinopass wieder auf die Hauptstr. trifft. In Ballino sahen wir den Wegweiser zu einem weiteren Wasserfall. Den wollten wir uns nicht entgehen lassen, aber nach ca. 10 Minuten wurde der Weg sehr steil und der Schotter so tief, dass wir trotz E-MTB nicht mehr fahren konnten. Wir drehten also um, fuhren zurück nach Ballino, überquerten die Strasse und folgten einem Schotterweg bergauf. Im Wald ging es dann über sehr gut fahrbare Trails bergab. Hat man den Waldrand erreicht, geht der Weg dann aber in einen groben Schotterweg über.

Ab hier kann man aber bereits den Tennosee sehen und trifft nach wenigen hundert Metern auf eine Schotterstr. die um den See führt. Wir folgten dieser Straße und sahen kurz darauf einen Kiosk etwas unterhalb der Straße mit einem tollen Blick auf den Tennosee. Ein idealer Platz für eine kurze Pause (11:00-12:20 Uhr).
Wir genossen das Panorama, kamen mit einer Familie ins Gespräch die ebenfalls einen Alpencross machte und erfuhren, dass kurz nach dem See ein malerischer Ort liegt, der sich ebenfalls für eine Pause angeboten hätte (der Ort lag eh auf unserer Route). Die Familie hatte recht, hier ist definitiv ein Fotostopp angebracht!

Nach dem Dorf trafen wir wieder auf die Fahrstr. zum Tennosee, konnten dann aber auf einen Radweg abzweigen. Es ging erst etwas bergab, dann aber wieder ca. 100hm hoch nach Campi.
Was dann folgt ist die letzte Belastungsprobe der Bremsen, denn auf Schotter und teilweise betonierten Rampen geht es die letzten 600 hm runter bis Riva.
Man überquert die Strasse die nach Limone führt und rollt gemütlich über enge Gassen an den See.

Lago di Garda
Lago di Garda

13:20 Uhr => Ziel erreicht – das obligatorische Beweisfoto wurde gemacht und dann gab es das erste kühle Bier in einer Bar direkt am See. Anschließend machten wir uns auf Richtung Hotel „Villa Giulia“ das ca. 300m vom Strand entfernt liegt. Die Räder konnten wir im Technikraum unterm Pool abstellen, das Zimmer war nichts Besonderes, aber, für 3 Nächte völlig ok.

Nach einer Abfrischung im Pool schnappten wir uns die Räder und fuhren zum Essen nach Torbole ins Al Porto (sehr empfehlenswert) und feierten den 1. E-MTB-Alpencross. Einen Absacker gönnten wir uns dann noch in der Bar Pini mit Blick auf den See.




Tag 7 und 8

Pregasina und Lago di Ledro

Entgegen 2014 und 2015 hatten wir dieses Jahr (vermutlich wegen unserer E-MTB) auch noch am nächsten Tag Lust auf’s biken und starteten daher über die alte Ponalestr. hoch nach Pregasina. Wir ließen die erste Albergo „Rosalpina“ links liegen und fuhren bis zur Albergo Panorama. Dieses Lokal ist echt mit Vorsicht zu genießen, denn dort hat man einen tollen Ausblick und sitzt so gemütlich, dass es nach einem Bier schwerfällt weiterzufahren.

Wir haben uns dann doch aufgerafft und sind weiter Richtung Passo Rochetta gefahren, drehten dann aber kurz oberhalb von Malga Palaer um, weil der Schotter tief und unfahrbar wurde. Wir rollten also wieder runter, machten einen kurzen Abstecher zu einem wirklichen tollen Aussichtspunkt und verlangten den Bremsen runter zum Albergo Panorama wieder einiges ab.

Im Fels:
die alte Ponalestraße. Kaum vorstellbar, dass ich die früher noch mit dem Motorrad gefahren bin.

Unter dem Vorwand die Bremsen abkühlen zu lassen, gönnten wir uns erneut ein kühles Bier und unterhielten uns mit einem biker aus Rothenburg, der bei der Hitze ohne E-Unterstützung hier hochgekurbelt war.
Da wir nicht ewig sitzen bleiben konnten, ließen wir unsere Räder dann die Ponalestr. runterlaufen. Richtig schön wird der Weg erst kurz nach der Weggabelung zum Ledro. Ein Muss für jeden, der mit dem bike in Riva/Torbole ist.
Zurück im Hotel beschlossen wir einen Tipp aus dem ULP-Buch zu testen, die Osteria „La Contrada“. Als wir gegen 17:15 davor standen wurde uns aber erklärt, dass das Lokal erst um 19:00 Uhr öffnet.
Also gingen wir in die Via Fiume zum anderen Tipp „Leon d’Oro“.   Dort sitzt man in einer engen Gasse an teils schiefen Tischen, aber das Essen war sehr gut, die Bedienung extrem freundlich (und hübsch). Als wir gerade an dem obligatorischen Grappa nippten, kamen zwei bekannte Gesichter auf uns zu. Die beiden biker, die in St. Pankraz und Dimaro im gleichen Hotel waren. Ja, so klein ist die biker-Welt.

Hinterher gingen wir wieder in die Bar Pini und genossen die Aussicht auf den See.

Am nächsten Morgen das gleiche Spiel, wir hatten immer noch Lust auf’s biken, also fuhren wir über die Ponalestr. hoch zum Ledrosee, umrundeten diesen im Uhrzeigersinn, fuhren dann wieder runter zur Weggabelung und dann wieder hoch nach Pregasina ins Albergo Panorama.
Wir lernten ein MTB-Pärchen aus Frankfurt kennen und erfuhren, dass auch das Lokal neben dem Al Porto in Torbole sehr gut sein soll. Nach zwei kühlen Bierchen waren wir wieder auf Betriebstemperatur und genossen ein letztes mal die Fahrt auf der alten Ponalestr. runter nach Riva.

Bar Pini
Bar Pini
Da wir bereits vom Mittwoch wussten welcher Andrang in den Restaurants herrscht, blieben wir nur kurz am Pool und fuhren bereits kurz nach 17:00 Uhr nach Torbole ins „Centrale“ und überprüften, ob der Tipp ein Guter war (das war er).
Ein knappe Stunde später kam dann das Pärchen aus Frankfurt und wir hatten alle einen netten Abend.

Natürlich gehörte auch am letzten Abend ein Absacker in der Bar Pini zum Pflichtprogramm.
Mit diesem Ausblick endete also unser letzter Abend in Riva,
einem wirklich schönen Fleckchen Erde!!




Tag 9, Rückfahrt

Rücktransport, Riva - Tegernsee

Über die sehr netten Mitarbeiterinnen bei ULP-Tours (http://www.ulptours.de) hatte ich bereits 3 Tage vor der Rückfahrt die Info erhalten, wo der Treffpunkt für die Rückfahrt ist.
Wir hatten einen Megadusel, denn der Treffpunkt war keine hundert Meter von unserem Hotel entfernt. Der Abfahrtstag war also völlig stressfrei für uns. Wir hatten genügend Zeit, den Rucksack ein letztes mal zu packen, gingen dann gemütlich zum Frühstücken und fuhren anschließend die 100 m zum Treffpunkt.
Ich war etwas überrascht, denn obwohl wir insgesamt nur 15 Personen waren, kam ein großer Reisebus d.h. wir hatten reichlich Platz und wurden daher sehr bequem und ohne nennenswerte Verzögerung zurück an den Tegernsee gefahren.
Unseren Rädern ging es nicht viel schlechter, denn die wurden gut geschützt in einem geschlossenen Anhänger untergebracht.

Alles in allem eine feine Sache, daher klare Empfehlung für den ULP-bikeshuttle.