MTB-Transalp für Einsteiger

MTB-Alpencross: Garmisch - Gardasee

Gardasee

Alpencross mit dem MTB:
Garmisch - Gardasee

Eine Transalp für Einsteiger, 5 Tage, 390km, max. 7.500hm,
höchster Punkt: 2.050m, keine Tragepassagen

Ich hatte viel recherchiert, Bücher und Internet, aber entweder waren die Strecken zu lasch, oder aber mit mehr als 10.000 hm zu anspruchsvoll. Irgendwann bin ich dann auf das in der rechten Seitenleiste verlinkte Buch "Garmisch - Gardasee" vom ULP-bike-Verlag gestoßen. Die Basisroute dieser Transalp war mir zwar zu langweilig, aber perfekt für eine Notstrategie. Durch die beschriebenen Varianten konnte ich mir eine „gehobene“ Einsteigertour basteln und das fand ich auf Anhieb ideal.




Tag 1, Etappe 1

Grainau-Tarrenz(2014),
Grainau-Landeck(2015) - 77,11 km/1.603 hm

Der Basisroute des Buches folgend, fuhren wir 2014 von Grainau (770 m) aus, rechts um den Eibsee fast ganz herum. Auf diesem Weg gab es etliche tolle Ausichtspunkte auf den Eibsee und die Zugspitze.
2015 sparten wir uns die Umrundung, da wir bis Landeck fahren wollten. Also fuhren wir nachem wir die Eibseestraße überquert hatten auf dem Wanderweg zum Eibsee hoch.
Als wir in Höhe des Parkplatzes wieder auf die Strasse trafen, ignorierten wir den Wegweiser zur Hochthörlehütte. Wir wussten nicht, ob der Weg fahrbar ist, also fuhren wir runter zum See und nahmen dann den beschilderten Abzweig den wir auch schon 2014 genommen hatten. (mittlerweile wurde mir bestätigt, merci Robert, dass dieser Weg auch der sinnvollere ist)
Nach diesem ersten ernstzunehmenden Anstieg auf Schotter, erreichten wir für eine Pause zu früh die Hochthörlehütte (1459 m).

Wir fuhren also sofort weiter auf Asphalt Richtung Ehrwald. Dem Buch entsprechend zweigten wir mehrmals von der Strasse ab, um jeweils nach einigen hundert Metern durch den Wald wieder auf der Strasse zu landen. Dann folgte eine relativ lange Abfahrt an der Talstation der Zugspitzbahn vorbei bis zum Ortsanfang Ehrwald. Hier bogen wir links ab und hätten dann lt. Buch rechts durch den Campingplatz fahren müssen. Aufgrund des „Schieben“-Schildes umfuhren wir den Campingplatz (geradeaus und bei der ersten Kreuzung wieder rechts) und trafen anschließend auf den schönen Plattenweg. Diesem folgten wir, fuhren dann durch die Ortschaft zum nächsten landschaftlichen Highlight: dem Lärchenwald. Nachdem wir auch diesen passiert hatten, ging es ausschließlich auf Forstwegen Richtung Biberwier. Dort kreuzt man in der Nähe eines kubischen Hotelgebäudes eine Sommerrodelbahn.

Weiter ging es auf Forstwegen an einem kleinen See entlang, bis der nächste Anstieg auf uns wartete:
der Fernpass (1270m).

Über etliche Kurven und Kehren ging es auf durchwegs festem Untergrund bergauf. Vom höchsten Punkt aus ging es erstmal auf Forststraßen wieder bergab, bis wir auf die Fernpassstraße trafen. Dieser folgten wir ca. 100 m nach rechts bergauf, überquerten dann die Strasse und folgten einem Forstweg der anfangs relativ flach verläuft. Nach einigen hundert Metern ging es dann nach links über einige Kurven steil bergab und nachdem der Weg wieder flacher wurde begann ein wirklich toller Trail, der am Ende durch das Schloss Fernstein führt (Schiebestrecke) und am Fernsteinsee endet.
Wir unterquerten die Bundesstr. und fuhren über Trails (Jakobsweg) weiter nach Nassereith, wo uns das Restaurant „Seebua“ für die erste Pause des Tages empfohlen wurde.

Gasthof Seebua in Nassereith
Gasthof Seebua in Nassereith
2014 war es für die erste Pause eigentlich zu spät, wir waren nämlich schon ziemlich platt. Das war auch der der Grund warum wir uns 2015 den Weg um den Eibsee sparten und daher eine Stunde früher beim Seebua einkehren konnten.

Mit vollem Magen fuhren wir erst auf Aspahlt und dann weiter auf ruhigen Forstwegen Richtung Tarrenz, dem Ziel der ersten Etappe 2014. Übernachtet haben wir bei einem Privatvermieter im „Haus Annie Kiechl“. Das Zimmer war sauber, unsere Klamotten wurden gewaschen und angetrocknet, die Vermieterin sorgte für eine fast familiäre Atmosphäre.
2015 hatten wir uns für die Variante Jakobsweg entschieden und fuhren daher weiter. In Imst folgten wir der Beschilderung und der Weg war anfangs auch noch ganz nett zu fahren. Dann kam ein langweiliger Abschnitt an der Bahnlinie und anschließend unfahrbare Wurzelpassagen bergauf. Der Jakobsweg ist unserer Meinung nach nicht empfehlenswert.
Außerdem brachte uns die Zeitverzögerung durch den Jakobsweg noch eine stattliche Regendusche ein, die wir nicht genossen hätten, wenn wir gemütlich über den Radweg nach Landeck gefahren wären.

Übernachtet haben wir 2015 im Gasthof Greif in der Stadtmitte. Das Essen war sehr lecker, das Zimmer ok. Unsere Klamotten mussten wir aber selber waschen und im Skikeller trocknen lassen.




Tag 2, Etappe 2

Tarrenz-Nauders(2014),
Landeck-Nauders(2015) - 61,28 km/1.321 hm

2014 fuhren wir im Regen in Tarrenz los, kurz nach Imst auf dem Radweg Richtung Landeck ließ der Regen dann aber nach. Als wir in Landeck ankamen, waren wir wieder trocken und bereits gut warmgefahren als der erste, kurze steile Anstieg zum Schloss Landeck auf uns wartete.

2015 war unser Quartier nur 500m vom Anstieg entfernt. Vom Schloss aus ging es einen ebenfalls sehr steilen asphaltierten Weg weiter bergauf, der aber glücklicherweise nach einiger Zeit flacher wurde und in einen Forstweg überging. Dort stand dann 2014 ein Schild:
„Weg gesperrt - Baumfällarbeiten“.

Da wir nicht den ganzen Weg zurückfahren wollten entschieden wir uns das Schild zu ignorieren.
Nach etlichen Höhenmetern war dann aber Schluss, die Strasse war abgesperrt und man hörte bereits die Motorsägen.
Hier machte sich das Garmin Oregon bezahlt, denn wir sahen, dass ca. 200m weiter unten ein Wanderweg abzweigte.
Auf diesem Weg trugen wir unsere MTB bergauf und trafen nach wenigen Minuten wieder auf den Forstweg.

Kurz danach begann der bereits von vielen Fotos bekannte Karrenweg
„Via Caudia“
Zum höchsten Punkt mussten wir die Räder nochmal schieben, aber dann begann ein flowiger, wunderschöner Trail bis Fließ.
Nach der Ortschaft ging es kurz auf Asphalt bergab, dann wieder nach links in einen Wiesentrail mit tollen Ausblicken auf den Inn.

Kaunergrat Trail
Kaunergrat Trail
Der Trail endete an der Bundestraßse 180. Diese überquerten wir und fuhren gemütlich am Inn weiter bis Prutz wo wir 2014 im Gasthof „Gemse“ Pause machten.
2015 waren wir ja später gestartet, also machten wir nur beim Hofer (Aldi) in Prutz Pause und fuhren dann weiter bis Pfunds um dort im Gasthof „Hirschen“ zu rasten

Über schöne Radwege ging es entspannt weiter bis zur Kajetansbrücke und ab da auf dem unangenehmsten Stück der Etappe d.h. auf der Bundestrasse stetig bergauf bis zum Abzweig nach Samnaun.
Von dort fuhren wir auf Asphalt bergab weiter bis Martina an die Schweizer Grenze. Obwohl wir 2014 schon ziemlich kaputt waren entschieden wir uns nicht über Asphalt zur Norbertshöhe zu fahren, sondern fuhren auf schönen Radwegen weiter ins Engadin.

In Sclamischot überquerten wir den Inn und fuhren auf Forstwegen mittlerer Steigung auf ca. 1550 m.
Von dort fuhren wir auf breiten Forstwegen ab zur Norbertshöhe und dann über den im Buch beschriebenen Wiesentrail runter und dann wieder etwas hoch nach Nauders (1360 m).
2015 hatten wir noch deutlich mehr Reserven, entschieden uns für den Weg über den Schwarzen See und wurden dafür belohnt.
Da es sich scheinbar um ein Hochmoor handelt, führt der Weg im oberen Teil auf Holzstegen, manchmal aber auch unfahrbar über Wurzelteppiche.

Am Ende der Auffahrt saßen wir dann ganz allein, wenn man die Entenfamilie ignoriert, am Schwarzen See (1.730m) und waren froh diesen Weg genommen zu haben.

Ortseingang Nauders
Ortseingang Nauders

Nach einer kurzen Pause fuhren wir über Forstwege und tolle Trails bergab und trafen kurz oberhalb Nauders auf die Bundesstrasse Richtung Reschen. Wir überquerten diese und rollten gemächlich am Schloss Nauders vorbei ins Ortszentrum.
2014 übernachteten wir bei einer Privatvermieterin „Haus Berta Stecher“ (auch hier wurden unsere Klamotten gewaschen).
2015 übernachteten wir im „Gästehaus Amontanara“, das Mario Schmid, dem Inhaber von bikeshuttle.at gehört.
Das Zimmer war SUPER das Frühstück war mehr als reichhaltig und daher ist diese Adresse absolut empfehlenswert.

In beiden Jahren gingen wir zum Abendessen zum "Stadlwirt," ein Muss in Nauders. Dort gibt es Schnitzel in allen Variationen u.a. wird Österreichs größtes Schnitzel serviert.
Ich denke, der Preis lag bei ca. 17,50 €, aber da wir es zu zweit aßen und trotzdem richtig satt waren, sollte man sich das echt gönnen.
Mit diesem leckeren Abendessen ließen wir den 2. Tag ausklingen.








Tag 3, Etappe 3

Nauders-Meran 103,82 km/1.070 hm


In beiden Jahren entschieden wir uns für die Variante Plamort. 2014 folgten wir der beschriebenen Route bergauf, die irgendwann nach rechts in den Wald abzweigt und in eine Schiebestrecke übergeht. Nach einigen hundert Metern trafen wir wieder auf einer Forststr. und folgten dieser weiter bergauf. Kurz vor dem höchsten Punkt trafen wir auf Streckenposten die uns erklärten, dass hier ein Rennen der „European Enduro Series“ stattfindet und wir deshalb unsere bikes neben dem Weg zu den Panzersperren schieben müssen.


Da wir die Panzersperren auf 2050m unbedingt sehen wollten, haben wir das grummelnd akzeptiert. An den Panzersperren angekommen, machten wir die obligatorischen Fotos und fuhren ein Stück weiter hoch zum Aussichtspunkt mit Blick auf den Reschensee.

Plamorter Boden
Plamorter Boden (2.050m)
Anschließend fuhren wir zurück zu den Streckenposten. Die teilten uns dann mit, dass es einen Teilnehmer dermaßen zerlegt hat, dass das Rennen gestoppt ist und wir daher auf der Wettbewerbsstrecke abfahren konnten. Das war aber alles andere als witzig und obwohl diese Abfahrt im Buch mit „..sehr gute Bikebeherrschung und fortgeschrittene Fahrtechnik..“ kommentiert ist, würde ich jedem „Nicht-Downhiller“ davon abraten.

2015 hatten wir uns deshalb entsprechend informiert und fuhren immer dem Forstweg folgend bis zur Stieralm. Dann an dieser rechts vorbei, kurz bergab über einen kleinen Bach bis zum Wegweiser der rechts in den „Plamort-Trail“ weist.

Der Trail von dort bis zu den Panzersperren und dann weiter bis dahin wo 2014 die Streckenposten standen ist genial und vermutlich der schönste Abschnitt dieser Transalp. Von dort fuhren fuhren wir dann links hoch zum Aussichtspunkt
Ausblick auf den Reschensee
Ausblick auf den Reschensee
mit Blick auf den Reschensee und dann über Forstwege runter bis nach Graun zum bekannten Kirchturm im See.
07.07.19, der Forstweg nach Graun ist leider immer noch gesperrt!

Am See entlang fuhren wir auf dem "Radweg Reschen-Meran" und folgten diesem 2014 auf der Basisroute bis Prad.

Diese Strecke verläuft gefühlt endlos bergab und war echt schön zu fahren. Allerdings war es Sonntag und daher war viel los.
2015 fuhren wir am Ende des Reschensees nach links über eine „Loipe“ weiter bergauf. Am höchsten Punkt angekommen, ging es auf einer Nebenstrasse steil bergab Richtung Mals. Kurz vor Mals folgten wir dann intuitiv einem Trail der links in den Wald führte und sich als Waalweg herausstellte. Wir hätten diesem Weg weiter folgen können, allerdings wiesen uns Wanderer darauf hin, das biker auf diesen Waalwegen nicht gerne gesehen sind. Deshalb verließen wir oberhalb von Mals den Weg und trafen nach kurzer, steiler Abfahrt nach Mals auf die Bundesstr. nach Meran. Dem Verkehr wollten wir uns natürlich nicht aussetzen, also fuhren wir zurück auf die Basisroute nach Prad (kleiner Umweg) und machten dort die erste Pause des Tages.

Radweg Reschen-Meran
Radweg Reschen-Meran
Von Prad aus führte der Weg immer auf Radwegen durch endlose Apfelplantagen und etliche Südtiroler Orte bis nach Töll und Algund oberhalb Meran. Die letzten 300 hm runter nach Meran ging es dann ziemlich flott über einige Serpentinen auf dem Radweg bergab. Wir durchquerten Meran und erreichten 2014 am Ortsende unser Quartier, den „Hecherhof“ eine absolut empfehlenswerte Adresse. Unsere Radklamotten wurden gewaschen und am Balkon getrocknet.
Die sehr nette Besitzerin hat uns dann auch noch eine geniale Pizzeria „Tanner“ empfohlen, die nach Aussage einer Familie die mit uns am Tisch saß, die beste im Meraner Land ist.

2015 war im Hecherhof leider kein Zimmer frei, also fuhren wir weiter bis zum „Guesthouse Maya“ in Sinnich, das ich niemand empfehlen würde. Das Haus liegt an der Bundesstr. nach Bozen und ist daher sehr, sehr laut. Da es sich aber gleichzeitig um eine Pizzeria handelte, konnten wir uns wenigstens bei einem guten Essen und der zugehörigen Portion Rotwein die nötige Bettschwere holen.




Tag 4, Etappe 4

Meran - Cles 57,45 km/1.594 hm

Wir wußten, dieser Tag hält eine besondere Herausforderung für uns parat, denn nach dem ersten flachen Stück, begann in Lana die 25%ige Steigung der Völlaner Str. (bis zu den ersten Gebäuden ging’s, aber dann half nur noch schieben). Nachdem die Steigung dann wieder erträglich war, ging es auf Asphalt weiter bergauf bis Völlan.
Da danach nur noch Forstwege auf uns warteten, passten wir eine Anwohnerin ab und baten sie unsere Wasserflaschen aufzufüllen, was sie lächelnd machte.

Weiter und weiter ging es dann bergauf bis wir endlich auf die Gampenpassstr. trafen. Dieser folgten wir dann noch ca. 4 km (220 hm) bergauf, bis wir den Gampenpass erreichten.
Zeit für eine Pause - im Gasthof Gampenpass wechselten wir die verschwitzten Klamotten und füllten die Kalorienspeicher wieder auf. Obwohl es in Meran sommerlich mild war, waren die Temperaturen auf 1518m richtig unangenehm. Wir mussten in beiden Jahren wirklich alle Klamotten anziehen die wir noch im Rucksack hatten, damit die Abfahrt vom Gampenpass einigermaßen erträglich wurde.

Über den sog. Schöpferweg führte ein Trail in den kleinen Ort „Unsere liebe Frau im Walde“. Dann ging es abwechselnd weiter über kleine Orte und Waldwege nach Fondo und von dort über den „Wasserfallweg“ und einen wunderschönen Radweg auf einem Höhenzug nach Don.

Von dort aus folgten wir der Beschilderung zum Kloster „San Romedio“ auf einem ebenfalls sehr schönen Trail, der im unteren Teil lange an einem Wildbach zwischen zwei senkrechten Felswänden bis nach Sanzeno führt.

2014 fuhren wir die Basisroute, hatten also den See schon vor Augen, als wir von Sanzeno nach Revo fuhren. Allerdings mussten wir dazu auf der befahrenen Strasse erst bergab, dann nach Revo hoch, dann wieder zur Brücke über den See bergab und dann wieder nach Cles hoch.
2015 hatten wir dazu keine Lust und entschieden uns dafür, von Sanzeno über das Südufer nach Cles zu fahren. Das sparte das doppelte Auf und Ab, war aber aufgrund des starken Verkehrs auch kein schöner Ausklang der 4. Etappe.

2014 übernachteten wir im "Casa Redolfi" einem alten, aber renovierten Haus in der Via Tiberio Claudio. Das Zimmer war ganz ok, aber das Frühstück war echt schwach.

Der Vermieter empfahl uns damals zum Abendessen das „Ristorante Giardino“ in unmittelbarer Nähe, das aber leider geschlossen hatte.

Kurz vor Cles
Kurz vor Cles
Durch „AroundMe“ fanden wir dann in der Nähe des Zentrums die „Pizzeria Flamingo“. Das Essen war in Ordnung, aber außer uns waren dort nur 5 Gäste.
2015 buchten wir unsere Übernachtung im „Albergo Cles“. Wir hatten Pech und waren in einem noch nicht renovierten Zimmer d.h. keinesfalls besser als im Jahr zuvor untergebracht.
Das Frühstück, weil Buffet, war aber dann so wie wir es uns erhofften. Zum Abendessen wollte uns der Besitzer mit allen Mitteln überreden im hoteleigenen Restaurant das sog. Radlermenü für 18 € zu essen, aber ich wollte das im letzten Jahr empfohlene „Giardino“ ausprobieren.
Mag sein, dass das Radlermenü in dem steifen Hotelrestaurant sein Geld wert gewesen wäre, aber unsere Wahl bereuten wir definitiv nicht.
Das Giardino ist relativ groß und war dennoch fast voll. Kein Wunder, denn das Essen war oberklasse!
Beim nächsten Aufenthalt in Cles wüsste ich noch nicht, wo ich übernachten würde, aber das Abendessen wäre definitiv in diesem Lokal.
Auch diesen Abend ließen wir folglich mit Pizza, Rotwein und Grappa ausklingen.




Tag 5, Etappe 5

Cles - Riva 84,34 km/1.204 hm

2014 starteten wir in Cles bei tollem Wetter, das bis Riva anhielt. 2015 starteten wir im strömenden Regen, der ebenfalls bis Riva anhielt.
Das war auch der Grund warum wir 2015 nicht die bis ins Detail recherchierte Variante über den "Brenta Trek" fuhren, sondern leider wie 2014 auf der Landstrasse nach Sporminore fuhren. Von dort ging es erst flach, dann mit ziemlichen Anstiegen gespickt bis nach Andalo einem Ausflugszentrum der Italiener (nicht wundern, wenn plötzlich mehr und mehr Wanderer auftauchen).

Kurz nach Andalo fuhren wir erst kurz auf Teer, dann über Trails bergab zum Lago di Molveno. Da seit der letzten Pizza bestimmt 16 Stunden vergangen waren, luden wir die Kohlehydratspeicher in der „Pizzeria Pizzico“ wieder auf.
Anschließend ging es auf Forstwegen am rechten Seeufer entlang, dann etwas bergab und dann wieder stetig bergauf, bis zu einer tollen Panoramastr. die herrliche Ausblicke bot. Von dort ging es über Ranzo ca. 650 hm runter bis zum Lago di Toblino. 2015 hatten sich bereits kurz vor Molveno die Beläge der hinteren Scheibenbremse verabschiedet, also musste ich die Abfahrt und den restlichen Weg bis Riva mit der Vorderbremse auskommen, was echt kein Spass war.

Hierzu eine kurze Erklärung:
2014 hatte ich für für meine Formula Scheibenbremse Ersatzbeläge dabei, die ich aber nicht benötigte. Auch die Beläge der Avid-Bremsen auf dem Canyon Nerve meines Sohnes hielten problemlos durch.
Dieser Umstand und die Tatsache, dass mein Canyon Nerve 2015 nur wenige km runter hatte, veranlasste mich zu glauben, dass die Shimano-Beläge ebenfalls herhalten - das war ein FEHLER => Bitte nehmt Ersatzbeläge mit!!

Lago in Wolken
Am Ziel 2014

Am See entlang fuhren wir über erst über Holzstege, dann über Radwege an der Sarche bis wir das Geröllfeld „Marocche“ erreichten.
Der Radweg durch dieses “Eiszeitliche Überbleibsel“ wäre perfekt gewesen, hätte es nicht geschüttet und wäre nicht auch noch eine Reifenpanne hinzugekommen.
Mit neuem Schlauch ging es stetig dem Radweg folgend über Dro und Arco weiter Richtung Torbole.
Als wir 2014 in Torbole am Gardasee ankamen, empfing uns der See mit dunklen Wolken und einem kalten, starken Wind.
Wir fuhren weiter nach Riva, wo uns unsere Fahrerin bereits erwartete, tranken einen heißen Cappuccino um uns aufzuwärmen, verstauten anschließend unsere Sachen und ließen uns nach Hause fahren.
Da schindet man sich 5 Tage und dann das!
(war aber leider nichts anders machbar)

2015 fuhren wir, nass bis auf die Haut, von Torbole aus zu unserem Hotel im Norden von Riva. In unserem Dreibettzimmer nutzen wir jede noch so kleine Möglichkeit aus, unsere triefenden Klamotten aufzuhängen.

Aufgrund des kühlen Wetters war aber an Trocknen nicht zu denken, also musste der hoteleigene Föhn einiges leisten.

Den Abend verbrachten wir dann bei Wolkenbrüchen und kühlen Temperaturen in einer Touri-Pizzeria an der Verbindungsstr. Riva-Torbole.
Aufgrund dieses (Sch..)Wetters fehlte uns aber irgendwie der Impuls den zweiten Alpencross gebührend zu feiern.
Evtl. waren wir aber auch nur zu kaputt - schade eigentlich!




Tag 7, Rückfahrt

Rücktransport Riva - Grainau

Der nächste Tag brachte dann aber den strahlenden Sonnenschein den man sich vom Gardasee erhofft und damit auch die Möglichkeit sich Riva "trocken" anzusehen.

Abholung in Riva
Am Tag danach herrliches Sommerwetter
Erkenntnis: Riva ist durchaus eine Reise wert!

Am Abend entdeckten wir die Bar Gelateria „Flora“ und feierten dort, bei milden Temperaturen, den Abschluss unserer zweiten Transalp.
Nach einer kurzen Nacht, packten wir am nächsten Morgen unsere Rucksäcke und fuhren zum Abholpunkt einem Parkplatz an der Via Filzi. Dort warteten bereits einige andere Biker. Jüngere mit alten Tourenrädern, aber auch biker meiner Altersgruppe mit teuren Carbon-Fullys.

Kurz darauf kam dann auch der Fahrer von bikeshuttle.at mit einem Kleinbus incl. Anhänger. Die bikes wurden auf dem Anhänger verladen (dazu wurde die Lenkerklemmung gelöst und der Lenker gedreht) und dann ging es ziemlich flott
(Tempolimits, was ist das?) nach Garmisch.

Dort am Bahnhof war der erste Haltepunkt. Die ersten Alpencrosser stiegen aus, dann fuhr uns der Bus weiter nach Grainau. (nach Grainau ging die Fahrt noch weiter nach München und wenn ich mich nicht irre, sogar bis nach Obersdorf)

Unsere Autos hatten die Woche unbeschadet auf der "Eisbahn" überstanden, also verluden wir Bikes und Gepäck und fuhren „stolz es erneut geschafft zu haben“ nach hause.





Fazit:
Garmisch-Riva ist ein toller Einstieg in den Alpencross. Man fährt nicht im hochalpinen Bereich, kann daher früher im Jahr starten, hat aber dennoch wenig Abschnitte auf verkehrsreichen Straßen.
Die Streckenwahl war weder 2014 noch 2015 perfekt, aber man lernt ja aus Fehlern und daher werde ich die Tour ein drittes mal fahren und ein paar zus. Schmankerl einbauen.
Außerdem wäre da ja auch noch die Uina-Schlucht, die sich locker integrieren ließe und sicher jeden Tropfen Schweiß wert wäre.

Allen die jetzt Blut geleckt haben bzw. denen diese Website dazu verhilft einen Alpencross angehen zu wollen, wünsche ich
Viel Spaß und Gutes Wetter.
Wenn Ihr Fragen habt, könnt Ihr Euch gerne bei mir melden (siehe Kontakt)