MTB-Transalp für Einsteiger

E-MTB-Alpencross: Tegernsee - Gardasee, Etappe 3

Gardasee

Sterzing – St. Pankraz (Ultental), 73,75 km, 1951 hm

Am nächsten Morgen zeigte sich Sterzing, völlig unerwartet, von seiner ungemütlichen Seite, tiefe Wolken und Nieselregen. Wir ließen uns Zeit, da sich das Wetter aber nicht besserte, mussten wir dann aber doch im Regen starten (09:15 Uhr). Wir fuhren durch Sterzing durch Richtung Autobahn, unterquerten diese auf einem Radweg und fuhren nach rechts auf dem Radweg Richtung Ratschings weiter. Ein kurzes Stück fuhren wir am Waldrand bzw. im Wald bis wir vor einer Baustelle einer kleinen Kapelle standen, die wir links hoch über eine Wiese umgehen mussten. Letztendlich mündete der Weg wieder auf der Fahrstr. der man dann bis zum Ort Stange folgt.

Skigebiet Rinneralm
Oberhalb des Gasthof Rinnersattel
Dort biegt man nach links ab und folgt erneut der Hauptstraße nach Innerratschings. Bei einer kleinen Kapelle kann man endlich nach rechts auf einen Forstweg ausweichen, landet nach wenigen km aber wieder auf der Hauptstraße der man dann bis zur Talstation in Bichl folgt.

Hier beginnt dann der teils recht knackige Anstieg zum Berggasthof Rinneralm, erst auf einer schmalen Teerstr. dann auf Forstwegen. Das Ganze war mit dem E-MTB trotz geringer Unterstützung gut fahrbar, min. ein kurzes Stück müsste aber mit einem MTB geschoben werden. Am Bergasthof Rinneralm angekommen hatten wir ca. 800hm hinter uns und das Wetter war perfekt. Also bauten wir unsere Akkus aus und waren etwas überrascht, dass man uns in dem riesigen Gasthof zu einer Steckdose auf dem Tresen, neben dem Kücheneingang führte. (Bulls: 60%) Wir machten eine Kuchenpause (11:40-12:45 Uhr) und genossen die Aussicht auf das vor uns liegende Skigebiet. Das Wetter war mittlerweile klasse – hier konnte man es aushalten.

Nach der Pause waren die Akkus wieder min. 20% voller und wir machten uns auf Schotterwegen auf zum höchsten Punkt. An einer Stelle ist der Untergrund recht locker, zudem recht steil. Mit 100% Unterstützung war es aber kein Problem. Am höchsten Punkt muss man durch zwei Schikanen, dann geht ein Wanderweg runter zu einem kleinen Parkplatz. Kurz vor dem Parkplatz musste man dann noch einen Weidezaun (Stacheldraht) passieren der am Boden lag. Ich hab das bike zur Sicherheit drüber gehoben! Von dem kleinen Parkplatz fuhren wir nach rechts noch einige hundert Meter bergauf und sahen dann vor uns die Flecknerhütte auf 2100m in Wolken verhüllt. Dort machten wir die nächste Pause (13:25-14:45 Uhr), aßen eine Kleinigkeit und warteten bis die Akkus an der einzig verfügbaren Steckdose wieder auf 80-90% aufgeladen waren. Das Wetter und die Sicht wurden besser und wir konnten bereits erahnen wie tief es ins Passeiertal runterging (die armen Bremsen).

Von der Hütte aus fährt man erst 100m nach rechts und kommt dann durch ein Türl auf einen Wiesenpfad der teilweise fahrbar ist, teilweise auch geschoben werden muss. Nach ein paar hundert Metern trifft man auf eine Schotterstraße (anfangs recht grob und steil), dann aber sehr gut fahrbar, die sich Kehre um Kehre nach unten windet und nach etlichen hundert Höhenmetern in eine schmale Teerstraße übergeht und an der Jaufenpassstraße endet.

Blick ins Passeiertal
Blick ins Passeiertal
Um auf die andere Talseite zu kommen, folgt man dann der Jaufenpassstraße bis zum nächsten Ort bergauf, rollt durch diesen über eine Kehre bergab und trifft dann auf einen engen, verwachsenen Weg zwischen Natursteinmauern. Wir konnten anfangs gar nicht glauben, dass wir hier richtig waren, aber sowohl Garmin, als auch Maps3D zeigten auf diesen „Weg“. Man überquert eine kleine Brücke, folgt einem Wiesenweg, schiebt dann links ein sehr steiles Stück runter und überquert einen weiteren Bach. Dort trifft man auf eine schmale Teerstr. der man bergauf in den Wald folgt. Wenn ich mich recht erinnere, fährt man in einer Rechtskehre geradeaus weiter auf einen Waldweg, der lange Zeit sehr gut fahrbar ist, dann aber an einem extrem steilen Schotterstück endet, das links ca. 100m den Hang hochgeht. Nachdem wir unsere schweren bikes hochgewuchtet hatten, folgen wir einer Forststr. die nach rechts in den Wald führte. Wie es so üblich ist, werden manche, weiter unten alle Kehren dieser Forststr. über teilweise recht heftige Trails abgekürzt. Für Ungeübte ist der Weg vermutlich nichts, wir haben es versucht und kamen heil in St. Martin im Passeier an.

Der Weg von dort bis Meran, immer an der Passeier entlang zog sich hin und kurz vor Meran kamen wir dann auch noch in einen Wolkenbruch. Glücklicherweise dauerte der nur 10 Minuten und als wir Meran bei strahlendem Sonnenschein erreichten waren wir auch wieder trocken. Die Originalroute aus dem Buch endet in Meran, ich hatte das Ziel aber nach St. Pankratz im Ultental verschoben, also mussten wir noch ca. 10km und 400hm fahren was ich aber jedem nur empfehlen kann.

Um 18:35 Uhr erreichten wir unser Ziel, das Hotel Pankratz. Ich bin mir sicher das Hotel hat tolle Zimmer, unseres war, naja, suboptimal. Wir hatten zwar eine Terrasse, aber statt einer Dusche nur eine Badewanne ohne Trennwand oder Duschvorhang. Neben unserem Zimmer war ein Pool, den wir aber nicht mehr nutzen durften, weil dies nach 19:00 Uhr nicht mehr erlaubt war.
Highlight des Abends war dann aber das Essen in der Pizzeria "Weißes Rössl" unterhalb des Hotels, sehr, sehr lecker und preiswert. Wir saßen auf der halb überdachten Terrasse, genossen die beste Pizza ever und sahen zu wie die Wolken immer dunkler wurden und sich dann ein heftiges Gewitter über uns entlud.